Franklin-Bälle

Pünktlich zu Weihnachten habe ich von meinem Partner Gege ReitSportVersand das Meyners Reit- und Bewegungsset mit den Franklin-Bällen erhalten. Hier gelangt Ihr übrigens direkt zu den Franklin-Bällen.

Wer kennt es nicht; wenn man was Neues hat, muss man es gleich ausprobieren. 😉

Gesagt, getan; „bewaffnet“ mit den Franklin-Bällen machte ich mich auf den Weg in den Stall.

Den Test habe ich mit meiner zu dieser Zeit 6-jährigen Stute auf E/A-Niveau gestartet.

Im Folgenden möchte ich Euch gerne eine Art chronologische Aufstellung geben, wann und wie ich die Bälle getestet habe.

Zunächst habe ich mein Pferd wie gewohnt im Schritt, Trab und Galopp (ohne die Bälle) locker geritten und sogar schon ein bisschen im Trab aussitzend gearbeitet.

franklin-mini-rolle-15cm-lang-blau-48973_50179578Im Beiheft, sowie in diversen YouTube Videos ist empfohlen zuerst einmal die Minirolle zu probieren.

Diese ist mit Luft gefüllt und wird mittig zwischen Reiter und Sattel unter die Gesäßknochen platziert.

Die Minirolle kann im Schritt, im Trab – ausgesessen, sonst verliert man sie ja 😉 – und im Galopp geritten werden.

Der erste Eindruck war… „kalt“. 😀 Schnell hat die Minirolle aber die Körpertemperatur angenommen. Ich war mir zunächst unsicher, wie genau ich diese platzieren sollte, da man plötzlich doch recht wackelig ÜBER dem Sattel sitzt.

Es ist übrigens ratsam die Bälle zu Beginn nicht zu allzu voll mit Luft aufzupumpen, dies kann man aber im späteren nachfüllen, da es die Anforderungen nochmals steigert.

IMG_2164Keiner Tipp: Gripbesatz-Reithosen eignen sich nicht am besten zum Reiten mit den
Franklinbällen, da diese ebenfalls aus Silikon sind und dadurch wenig Bewegungsspielraum zulassen.

Weiterhin könnte man ggf. beim ersten Reiten mit den Bällen die Steigbügel um ein Loch kürzen, um etwas sicherer im Sattel zu sitzen. Das haben wir aber nicht gemacht.

Nach kurzer Zeit hatte ich die für mich richtige Position gefunden – wobei diese auch durchaus etwas variieren kann.

Zunächst einmal sind wir Schritt geritten… sehr merkwürdig. Man sitzt auf einem Ball „über“ dem Sattel. Meinem Pferd schien es jedoch zu gefallen, da sie gleich viel losgelöster von den treibenden Hilfen nach vorne lief.

OK, nun der Trab. Entgegen meinen Erwartungen und dem, was man über die Franklin-Bälle liest, war das Sitzgefühl auf der Minirolle im Trab nach meinem Empfinden sehr angenehm. Auch Symphonie fand es toll. Sie konnte besser durchschwingen und fühlte sich weniger durch meinen Sitz „gestört“.

Was fehlte nun noch? Der Galopp… zu dieser Zeit ohnehin unsere „Baustelle“, wenn auch schon besser. Unser – besser gesagt MEIN – Problem ist, dass ich Sie mit meinem Sitz im Galopp sehr störe. Zum Teil „klemme“ ich und zwinge sie dazu an meinen treibenden Hilfen zu hängen… ich habe das Gefühl; treibe ich nicht, fällt sie aus, „klemme“ ich, so rast sie mir etwas davon, gehe ich in den leichten Sitz, merke ich, dass sie losgelassener galoppiert.

Mit der Minirolle; Ich war baff! :-O Sie galoppierte schön durch, ich konnte am Bein „ausatmen“, musste nicht nachtreiben und konnte mich darauf konzentrieren sie schön zu schließen.

franklin-universal-mini-baelle-2st.-rot-48978_50179584Nach ca. 10 Minuten legte ich die Minirolle beiseite und widmete mich den Minibällen.
Diese sind ebenfalls mit Luft gefüllt und dienen dazu, sich beidseitig entweder zwischen Sattelblatt und Schenkel oder unter die Achseln zu klemmen (hier gibt es auch noch die etwas größeren orangenen Softbälle, ich hatte mich aber zunächst für die kleineren entschieden). Als erstes testete ich die „Achsel-Variante“. 😉

IMG_2214Tipp: Am besten halten Sie unter den Achseln, wenn man ein T-Shirt trägt.
Longsleeve aus Baumwolle geht auch, bei dickeren Jacken wird es schon schwieriger, sie in der richtigen Position zu platzieren und vor allem zu halten.

Sofort habe ich bemerkt, dass ich die Stute scheinbar weniger am Zügel „störe“, jedoch neigte ich anfangs sehr dazu die Zügel etwas zu lange zu haben… naja besser als zu kurz. 😀

Die Mini-Bälle dienen dazu, das Schultergelenk wieder mehr in eine rotierende Bewegung zu bringen, so kann man besser der Zügelbewegung des Pferdes folgen.

Meine Güte war das anstrengend! Vergleichbar, als würde man ohne Steigbügel leichttraben.

Nach 5 Minuten habe ich die Arbeit zufrieden beendet und mich entschlossen für das erste Mal gut sein zu lassen. 😀

Mein Fazit nach dem ersten Reiten mit den Franklin-Bällen; nachdem ich die Bälle in der jeweiligen Arbeitsphase weggelegt habe, hatte ich das Gefühl viel näher am Pferd zu sitzen. Ganz extrem war es, als ich die Mini-Rolle weglegte. Mein Sattel kam mir mindestens 5cm tiefer vor und ich saß viel leichter in der Bewegung mit. Als ich die Mini-Bälle unter den Achseln entfernte merkte ich, dass Symphonie im Genick noch zufriedener lief.

Etwa 5 Stunden nach dem Reiten bekam ich jedoch plötzlich leichte Gleichgewichtsstörungen. :-O Mir war nicht schlecht oder übel, aber irgendwie war mir etwas schwindelig. Dies könnte evtl. daran gelegen haben; Zwischen den Gesäßknochen ist ein Akupressurpunkt, der den Oberkörper mit dem Unterkörper verbindet… und genau diesen „aktiviert“ die Minirolle. Somit war mein Gehirn wohl ein paar Stunden später damit beschäftigt neue Gleichgewichtsmuster abzuspeichern?! 😀 Gut, abends um 23 Uhr kann man ja auch ruhig einmal die Couch aufsuchen. In der Horizontalen hatte ich auch keine Beschwerden und am nächsten Tag war auch davon keine Spur mehr. 😉 Übrigens hatte ich dieses Schwindelgefühl auch kein weiteres Mal. 😉

Drei Tage später habe ich die Franklin-Bälle das nächste Mal probiert.

Zu Beginn war mein Pferd im Schritt sehr triebig, so dachte ich mir, nehme ich doch gleich zu Anfang die Mini-Rolle (s.o.) und gleich lief sie viel zufriedener vorwärts, losgelöster von den treibenden Hilfen und lief dies Nase fallen.

Zum Lockertraben habe ich die Minibälle unter die Achseln geklemmt. Zwar neigte ich hier noch immer zu etwas zu langen Zügeln, da wir aber ohnehin noch in der Lösungsphase waren, bietete sich das ja an. Sie lief locker vorwärts abwärts und ich hatte im gesamten das Gefühl, dass die Lösungsphase schneller „abgeschlossen“ war.

IMG_2226Zum Aussitzen habe ich mir die Mini-Bälle symmetrisch zwischen Oberschenkel und Sattelblatt geklemmt – idR verwendet man diese eher nicht auf beiden Seiten in der selben Position, aber so habe ich erstmal auf Anfänger-Niveau begonnen. 😉 Auch hier lief sie direkt losgelassen und schön vorwärts abwärts. Ich hatte kaum was in der Hand und treiben musste ich nicht viel – SUPER! ❤

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Nun habe ich mir einen von den original Fränklin-Bällen genommen. Ich habe gelesen, dass man zunächst mit einem Ball beginnen soll, den man sich abwechselnd unter eine Gesäßhälfte legt. Nun war ich völlig aus meinem Gleichgewicht gebracht… oder auch nicht?!

Obwohl ich vermeintlich „schief“ saß und damit beschäftig war meine Schiefe wieder auzugleichen, lief mein Pferd auch hier im Trab lockerer und zufriedener.

Dann nun zum Galopp; leider ist sie mir mit dem original Franklin-Ball unter jeweils einer Gesäßhälfte eher einmal mehr ausgefallen, aber ich selbst habe gar nicht mehr „geklemmt“ und hatte das Gefühl meine Beine viel länger zu bekommen. Als ich den Ball beiseite legte lief sie überaus zufrieden, trat schön an den Zügel heran, war überhaupt nicht triebig und ich hatte einen sicheren, tiefen Sitz ohne das Gefühl zu haben viel auf das Pferd einwirken zu „müssen“. UND SIE FIEL MIR IM GALOPP NICHT MEHR AUS. Was sind das bitte für Zauberbälle? 😉

franklin-ball-soft-2-st.-orange-48977_50179583Nach etwa 2 Wochen Reiten mit den Franklin-Bällen habe ich dann auch mal die orangenen Soft-Bälle, die dem Set enthalten sind getestet. Diese sind – ebenfalls wie die roten Mini-Bälle – dazu bestimmt, unter die Achseln zu klemmen. Für mich sind momentan die roten Bälle da angenehmer, aber evtl. hängt das damit zusammen, dass ich in der Schulter (noch) nicht wieder so beweglich bin, wie ich es womöglich sein sollte. Daher werde ich mir die orangenen Bälle auch immer wieder einmal herbei nehmen.

Als letztes habe ich dann noch die Faszien-Rolle probiert. franklin-fascia-rolle-lila-ca-800gr.9cm-48974_50179579Diese ist von der Form ähnlich der Mini-Rolle, jedoch mit Wasser gefüllt. Es wird empfohlen, diese nicht gleich zuerst zu testen, da der Anspruch, mit dieser zu reiten wohl „gehobener“ sei.

IMG_2219Meine Bedenken; HOFFENTLICH PLATZT SIE NICHT WIE EINE WASSERBOMBE! 😀 …und mein erster Eindruck; sehr bequem. Allerdings ist es tatsächlich so, dass man doch zunächst noch mal etwas wackeliger unterwegs ist. Generell fühlt es sich aber an, als würde mit dieser Rolle der ganze Körper – von den Schultern bis zum Absatz – besser durchfedern. Nimmt man die Faszien-Rolle wieder weg, fühlt sich der Sattel NOCH tiefer an, als zunächst bei der Mini-Rolle.

Um den Effekt bei allen Bällen etc. zu verstärken – außer den mit Wasser gefüllten – kann man diese auch noch härter mit der im Set enthaltenen Pumpe aufpumpen. Das habe ich bislang noch nicht gemacht, werde ich aber definitiv in den nächsten Wochen testen.

Insgesamt ging alles „mehr von selbst“ ohne aktiv auf Kleinigkeiten am Sitz achten zu müssen. Es fällt mir generell leichter auszusitzen, ohne mich darauf konzentrieren zu müssen. Irgendwie passiert es einfach und fühlt sich selbstverständlicher an.

Mein Fazit: ABSOLUT EMPFEHLENSWERT! Gerade wer ins Auswärtstraining fährt und wetterbedingt oder auch so einmal eine Trainingspause hat, eignet sich über diese Zeit gerne kleine Fehler an. Für mich sind die Franklin-Bälle absolut mein Trainer-Ersatz, der sonst sagen würde „ZENTRALER SITZEN“, „ABSATZ MEHR DURCHFEDERN LASSEN“, „HAND VOR“… ihr kennt das ja. 😉

Wenn man bedenkt, was eine gute Reitstunde kostet und was das Meyners Reit- und Bewegungsset kostet… 😉 Also dahingehend eigentlich kein finanzieller Einsatz, sich diese einmal anzuschaffen. Und wenn man mal so sicher im Sattel sitzt, dass einem die Bälle nichts mehr nützen, so haben Sie A) keinen Verschleiß und man legt sie Beiseite für einen späteren Zeitpunkt oder B) die/der ein oder andere Stallkollegin/-kollege könnte Unterstützung benötigen. 😉

UND ZU GUTER LETZT; Die Bälle sind nicht nur für den Reiter gut. Mittlerweile gebührt ihnen eine feste Nische in meinem Kofferraum und so sind sie sogar in meinem Büroalltag zu meinem fast täglichen Begleiter geworden. 🙂

 

 

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